Chronik

Die Anfänge:

Der erste Fußballverein in Oderberg wurde am 25.August 1920 unter dem Namen Sportverein Oderberg (Mark) 1920 gegründet. Wie die damalige "Oderberger Zeitung" berichtet, findet am 20.August 1921 das erste Stiftungsfest des Sportverein Oderberg (Mark) 1920 im Hotel Irrlitz statt. Desweiteren wird der Verein im "Sportführer" von 1922 mit Gründungsdatum 1920 aufgeführt (siehe hier: Eintrag im Vereinsführer). Vorsitzender ist Schlossermeister Walter Erkner (Foto) . Die ersten Verbandsspiele im Oderbruchbezirk werden u.a. gegen Union Freienwalde, SV Seelow, SV Müncheberg, Sportfreunde Eberswalde, SV Wriezen oder Preußen Königsberg ausgetragen. Als erste Spielkleidung wird "blau-weiß" angegeben und der Spielort ist bereits jetzt die Festungswiese, das heutige Odertal-Stadion.

Bereits vorher gibt es in unserer Kleinstadt eine rege sportliche Beteiligung.
Die Turnvereine „Froh-Frei“ (gegründet 1896) und der Männerturnverein (gegründet 1861)
vereinigen sich im Jahre 1919 zum MTV Oderberg 1861/96. Am 04.09.1923 kommt es zur Vereinigung des Fußballvereins mit diesem Turnverein. Es soll dort eine Ballspielabteilung geführt werden (Bericht) . Am 23.10.1926 entsteht mit dem Arbeiter-Turn-und Sportverein Oderberg (kurz ATSV) ein Fußballverein der den bürgerlichen Vereinen entgegensteht. Die Gründerversammlung wird im Hotel Irrlitz abgehalten. Vorsitzender ist Hans Kern, zweiter Vorsitzender wird Albert Heise. Es wird in einer eigenen Liga zusammen mit anderen Arbeitervereinen gespielt. Mit Machtübernahme der Nationalsozialisten werden diese Vereine dann 1933 jedoch verboten und aufgelöst.

Die sportliche Betätigung in den Vereinen nimmt seinen Lauf:

Am 30.06.1927 gründen sich die „Sportfreunde Oderberg i.M.e.V.“ im Hotel „Deutsches Haus“ und nehmen gemeinsam mit dem MTV an den Punktspielen in der Oderbruchbezirksklasse des V.B.B. (Verband Brandenburgischer Ballspielvereine) für die Saison 1927/28 teil.
Es gelingt auch stets, Nachwuchsmannschaften auf die Beine zu stellen, welche sich mit anderen Gegnern im Kreis messen können.
Aus der Fußballabteilung des MTV Oderberg entsteht am 29.12.1929 auf einer Gründungsversammlung im Gasthof "Schwarzer Adler" der FC Oderberg (Zeitungsbericht) , welcher erste größere Erfolge erzielen kann. So wird zum Beispiel 1930 um den Verfassungspokal der Stadt Freienwalde gespielt, man unterliegt dabei jedoch im Endspiel Union Freienwalde. In der Saison 1930/31 wird diese Oderberger Mannschaft dann Meister der Abteilung B
im sogenannten Gau Finowtal und steigt auf. Traditionell finden in dieser Zeit zu Ostern immer freundschaftliche Vergleiche in Turnierform statt (Osterpokal) . Bis zum erneuten Kriegsausbruch kann der Spielbetrieb stabilisiert werden und Fußball erfreut sich immer mehr der Beliebtheit der Massen.

1939-1945: Kriegszustand:

Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten und dem Ausbruch des 2.Weltkrieges kommt es auch im Sport zu vielen Einschränkungen und Veränderungen. Wie bereits erwähnt, wird der Arbeiter- Turn und Sportverein Oderberg, wie viele andere Arbeitersportvereine verboten und aufgelöst. Weiterhin werden viele Spieler zum Kriegsdienst eingezogen. Es herrscht eingeschränkter bzw. ausgesetzter Spielbetrieb.
Die Spiele werden als Kriegsmeisterschaften ausgetragen .
Am 08. November 1941 entsteht in der „Grünen Aue“ aus dem FC Oderberg und den Wettkampfgruppen der BSG D.S.C. (Deutsche Sprengchemie) die Sportgemeinschaft Oderberg. Neben dem Fußball werden auch Sportarten wie Turnen, Leichtathletik, Boxen und Schwimmen ausgeübt. Durch fortschreitendes Kriegsgeschehen wird der Sport jedoch zur Nebensache und kommt fast vollständig zum Erliegen.

Neubeginn:

Kurz nach Kriegsende und noch im Jahre 1945 sind erste neue sportliche Aktivitäten zu vermelden. Elf Freunde finden sich zusammen, um den Sport wieder aufzubauen. Dazu gehören die Sportfreunde Brenger, Stegemann, Ulfert, Voigt, Landowski, Steinweg, Beneke, Niethe, Beelitz, Kluge und Labs.
Am 1.April 1946 wird in der „Gaststätte zur Linde“ der Verein „Schwarz-Weiß Oderberg“ unter der Leitung von Rudi Krüger und Horst Weiss gegründet, Kassierer war Karl-Heinz Amthor.
Erste Spiele der Männermannschaft gegen den Nachbarn aus Lunow sind danach zu vermelden.
Im Nachwuchs nimmt die FDJ Oderberg als Jugendmannschaft erfolgreich an einigen Turnieren teil.





Im November 1948 erfolgt dann ein weiterer entscheidender Schritt für den Oderberger Fußball.
Auf der Schiffswerft Oderberg wird die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Anker Oderberg ins Leben gerufen (Zeitungsartikel) , aus der sich (nach kurzzeitiger Umbenennung in BSG Lok Oderberg) in der Spielsaison 1952/53 dann die BSG Motor Oderberg bildet, welche dann über fast 40 Jahre unter diesem Namen antritt und viele Erfolge erringen kann. So kann zum Beispiel 1962 der Bezirkspokal im Bezirk Frankfurt/O. durch einen Finalsieg über Einheit Bernau gewonnen werden und man nimmt an der DDR-Hauptpokalrunde teil. Weiterhin spielt man einige Jahre in der Bezirksliga, der dritthöchsten Spielklasse im DDR-Maßstab. 1975 wird die BSG Motor Oderberg als "Vorbildliche Sportgemeinschaft der DDR" ausgezeichnet. Als weiterer wichtiger Erfolg ist die Neueinweihung des Sportplatzes, dem Odertal-Stadion, zu sehen (1978). Die BSG umfasste 1980 mit den Sektionen Fußball, Leichtathletik, Turnen/Gymnastik, Spielleute, Volleyball und Handball insgesamt 450 Mitglieder.
Neben den sportlichen Erfolgen ist auch ein profilierter Repräsentant auf dem grünen Rasen, der Oberliga-Schiedsrichter Hans Kulicke hervorgegangen. Der Oderberger Fußball ist zu einer festen Größe im weiten Umkreis geworden. Man etabliert sich über viele Jahre in der Bezirksklasse Frankfurt/Nord.

Die weitere Entwicklung nach dem Fall der Mauer und dem Ende der DDR:

Nachdem sich 1989 Entscheidendes getan hat, macht der Umbruch auch vor dem Fußball nicht halt, Betriebssportgruppen gibt es in diesem Sinne nicht mehr. Aus der BSG Motor Oderberg gehen der FSV Kickers Oderberg (Fußball - Leitung: Roman Stähr) und Grün-Weiß 90 Oderberg (Billard, Volleyball, Gymnastik - Leitung: Horst Steinweg) hervor.
Am 08. Juni 1990 trägt sich somit der FSV Kickers Oderberg e.V. ins Vereinsregister ein (Artikel) .





Den Bezirk Frankfurt gibt es ebenfalls nicht mehr, es wird fortan in der Landesklasse bzw. Landesliga Brandenburg gespielt. Als größte Erfolge der Kickers stehen bisher der Aufstieg in die Landesliga Brandenburg (1991/92) mit der Ersten, der Kreispokalsieg mit der zweiten Mannschaft und diverse Kreismeisterschaften im Nachwuchsbereich zu Buche. Ab der Saison 2016/17 einigten sich die Vorstände vom FSV Kickers Oderberg und dem Lunower SV auf eine Zusammenarbeit auch im Männerbereich. Zwar existiert der "FSV Kickers Oderberg e.V." formal weiter, doch erstmalig in der langen Geschichte des Oderberger Fussballsports wird es keine eigenständige Mannschaft mehr im Spielbetrieb geben. Sämtliche Mannschaften gehen seitdem als "Spielgemeinschaft Oderberg/Lunow" an den Start. Ab der Saison 2023/24 folgt unter dem Namen "Spielgemeinschaft Lunow/Oderberg" der komplette Wechsel in den Fußballkreis Uckermark.

KURZÜBERSICHT ODERBERGER FUSSBALLVEREINE:

1920
- Sportverein Oderberg (Mark) 1920
1923 - Sportverein Oderberg (Mark) 1920 tritt dem MTV Oderberg bei
1926 - Arbeiter- Turn- und Sportverein Oderberg (zusätzlich)
1927 - Sportfreunde Oderberg i.M. e.V. (zusätzlich)
1929 - FC Oderberg aus Fußballabteilung des MTV Oderberg entstanden
1941 - Sportgemeinschaft Oderberg aus FC Oderberg und Wettkampfgruppen der BSG D.S.C.
1946 - Schwarz-Weiss Oderberg
1948 - BSG Anker Oderberg
1952 - BSG Lok Oderberg
1953 - BSG Motor Oderberg
1990-2016 - FSV Kickers Oderberg



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Eintragung im Vereinsführer