Chronik

Die Anfänge:

Es ist Dank diverser Aufzeichnungen davon auszugehen, dass der erste reine Fußballverein in Oderberg im Jahre 1920 gegründet wurde. Wie die damalige "Oderberger Zeitung" berichtet, findet am 20.August 1921 das erste Stiftungsfest des Sportverein Oderberg 1920 statt. Desweiteren wird der Verein im "Sportführer" von 1922 mit Gründungsdatum 1920 aufgeführt (siehe hier: Eintragung im Vereinsführer)
Die ersten Verbandsspiele im Oderbruchbezirk werden u.a. gegen Preußen Königsberg, Union Freienwalde, Sportfreunde Eberswalde oder den SV Wriezen ausgetragen.
Als Spielort wird schon dort die Festungswiese genannt.

Bereits vorher gibt es in unserer Kleinstadt rege sportliche Beteiligung. Die Turnvereine
„Froh-Frei“ (gegründet 1896) und der Männerturnverein (gegründet 1861) vereinigen sich im Jahre 1919 zum MTV Oderberg 1861/96. Am 04.09.1923 kommt es zur Vereinigung des Fußballvereins mit diesem Turnverein. Es soll dort eine Ballspielabteilung geführt werden. Am 23.10.1926 entsteht mit dem Arbeiter-Turn-und Sportverein Oderberg (kurz ATSV) ein Fußballverein der den bürgerlichen Vereinen entgegensteht. Die Gründerversammlung wird im Hotel Irrlitz abgehalten. Es wird in einer eigenen Liga zusammen mit anderen Arbeitervereinen gespielt. Mit Machtübernahme der Nationalsozialisten werden diese Vereine dann später jedoch verboten und aufgelöst.

Die sportliche Betätigung in den Vereinen nimmt seinen Lauf:

Am 30.06.1927 gründen sich die „Sportfreunde Oderberg i.M.e.V.“ im Hotel „Deutsches Haus“ und nehmen gemeinsam mit dem MTV an den Punktspielen in der Oderbruchbezirksklasse des V.B.B. (Verband Brandenburgischer Ballspielvereine) für die Saison 1927/28 teil.
Es gelingt auch stets, Nachwuchsmannschaften auf die Beine zu stellen, welche sich mit anderen Gegnern im Kreis messen können.
Als Nachfolger der Fußballabteilung des MTV Oderberg entsteht 1929 durch Umbenennung der FC Oderberg, welcher erste größere Erfolge erzielen kann.
So wird zum Beispiel 1930 um den Verfassungspokal der Stadt Freienwalde gespielt, man unterliegt dabei jedoch im Endspiel Union Freienwalde.
In der Saison 1930/31 wird diese Oderberger Mannschaft dann Meister der Abteilung B im sogenannten Gau Finowtal und steigt auf.
Bis zum erneuten Kriegsausbruch kann der Spielbetrieb stabilisiert werden und Fußball erfreut sich immer mehr der Beliebtheit der Massen.

1939-1945: Kriegszustand:

Durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten und dem Ausbruch des 2.Weltkrieges kommt es auch im Sport zu vielen Einschränkungen und Veränderungen.
Wie bereits erwähnt, wird der Arbeiter- Turn und Sportverein Oderberg, wie viele andere Arbeitersportvereine verboten und aufgelöst.
Weiterhin werden viele Spieler zum Kriegsdienst eingezogen. Es herrscht eingeschränkter bzw. ausgesetzter Spielbetrieb.
Die Spiele werden als Kriegsmeisterschaften ausgetragen .
Am 08. November 1941 entsteht in der „Grünen Aue“ aus dem FC Oderberg und Wettkampfgruppen der Betriebssportgemeinschaften die Sportgemeinschaft Oderberg.
Neben dem Fußball werden auch Sportarten wie Turnen, Leichtathletik, Boxen und Schwimmen ausgeübt.
Durch fortschreitendes Kriegsgeschehen wird der Sport jedoch zur Nebensache und kommt fast vollständig zum Erliegen.

Neubeginn:

Im Jahre 1946 sind langsam erste neue sportliche Aktivitäten zu vermelden.
So wird am 01.April 1946 in der „Gaststätte zur Linde“ der Verein
„Schwarz-Weiß Oderberg“ unter der Leitung von Rudi Krüger und Horst Weiss gegründet (siehe Foto).



Erste Spiele gegen den Nachbarn aus Lunow sind danach zu vermelden.
Die FDJ Oderberg nimmt als Jugendmannschaft an Turnieren teil.
Im November 1948 dann ein weiterer entscheidender Schritt für den Oderberger Fußball.
Auf der Schiffswerft Oderberg wird die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Anker Oderberg ins Leben gerufen, aus der sich in der Spielsaison 1952/53 dann die
BSG Motor Oderberg bildet, welche dann über fast 40 Jahre unter diesem Namen antritt und viele Erfolge erringen kann.
So kann zum Beispiel 1962 der Bezirkspokal im Bezirk Frankfurt/O. durch einen Finalsieg über Einheit Bernau gewonnen werden und man nimmt an der DDR-Hauptpokalrunde teil.
Weiterhin spielt man einige Jahre in der Bezirksliga, der dritthöchsten Spielklasse im DDR-Maßstab. 1975 wird die BSG Motor Oderberg als "Vorbildliche Sportgemeinschaft der DDR" ausgezeichnet.
Als weiterer wichtiger Erfolg ist die Neueinweihung des Sportplatzes, dem Odertal-Stadion, zu sehen (1978).
Die BSG umfasste 1980 mit den Sektionen Fußball, Leichtathletik, Turnen/Gymnastik, Spielleute, Volleyball und Handball insgesamt 450 Mitglieder.
Neben den sportlichen Erfolgen ist auch ein profilierter Repräsentant auf dem grünen Rasen, der Oberliga-Schiedsrichter Hans Kulicke hervorgegangen.
Der Oderberger Fußball ist zu einer festen Größe im weiten Umkreis geworden. Man etabliert sich über viele Jahre in der Bezirksklasse Frankfurt/Nord.

Die weitere Entwicklung nach dem Fall der Mauer und dem Ende der DDR:

Nachdem sich 1989 Entscheidendes getan hat, macht der Umbruch auch vor dem Fußball nicht halt, Betriebssportgruppen gibt es in diesem Sinne nicht mehr.
Aus der BSG Motor Oderberg gehen der FSV Kickers Oderberg (Fußball - Leitung: Roman Stähr) und Grün-Weiß 90 Oderberg (Billard, Volleyball, Gymnastik - Leitung: Horst Steinweg) hervor.
Am 08. Juni 1990 trägt sich somit der FSV Kickers Oderberg e.V. ins Vereinsregister ein.




Den Bezirk Frankfurt gibt es ebenfalls nicht mehr, es wird fortan in der Landesklasse bzw. Landesliga Brandenburg gespielt.
Als größte Erfolge der Kickers stehen bisher der Aufstieg in die Landesliga Brandenburg (1991/92) mit der Ersten, der Kreispokalsieg mit der zweiten Mannschaft und diverse Kreismeisterschaften im Nachwuchsbereich zu Buche.
Momentan sind 122 Mitglieder in unserem Verein aktiv.
2 Senioren- und 2 Nachwuchsmannschaften vertreten die Oderberger Vereinsfarben Grün-Weiß-Rot derzeit im Kreis Barnim.

KURZÜBERSICHT:

Saison 1920
- Sportverein 1920 Oderberg
04.09.1923 - Sportverein 1920 Oderberg tritt dem MTV Oderberg bei
zusätzlich 23.10.1926 - Arbeiter- Turn- und Sportverein Oderberg (Mark)
zusätzlich 30.06.1927 - Sportfreunde Oderberg i.M. e.V.
Ende 1929 - FC Oderberg aus Fußballabteilung des MTV Oderberg entstanden
08.11.1941 - Sportgemeinschaft Oderberg aus FCO und Wettkampfgruppen der BSG D.S.C.
01.04.1946 - Schwarz-Weiss Oderberg
November 1948 - BSG Anker Oderberg
Jan.1952 - BSG Lok Oderberg
1952/53 - BSG Motor Oderberg
08.06.1990 - FSV Kickers Oderberg e.V.

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